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💵 Stablecoin: Warum UBS und 20 weitere Finanzriesen digitales Geld herausgeben wollen

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Stell dir vor, du betreibst ein Hotel in Grindelwald. 🏔️ Ein Gast aus den USA möchte seine Rechnung bezahlen. Das Geld muss von seinem amerikanischen Bankkonto in die Schweiz gelangen, möglicherweise über mehrere Banken und mit entsprechenden Gebühren.

Was wäre, wenn der Gast stattdessen digitale Dollar überweisen könnte, rund um die Uhr und möglicherweise innerhalb weniger Sekunden? 💵

Genau an solchen Zahlungsformen arbeiten einige der grössten Finanzinstitute der Welt. Und mittendrin ist die UBS.

Anfang September 2026 kündigten 21 internationale Finanzinstitute an, gemeinsam eine Gesellschaft für die Herausgabe eines sogenannten Stablecoins aufzubauen. Neben der UBS sind unter anderem Bank of America, Goldman Sachs und Santander beteiligt. Der Marktstart ist für die erste Hälfte 2027 vorgesehen. 🚀

Doch was ist ein Stablecoin überhaupt? Und schaffen Banken damit plötzlich neues Geld?

🪙 Was ist ein Stablecoin und wie funktioniert er?

Bitcoin kann innerhalb eines Tages mehrere Prozent an Wert gewinnen oder verlieren. 📈📉 Für alltägliche Zahlungen ist das unpraktisch.

Stablecoins versuchen dieses Problem zu lösen. Ihr Wert wird an einen bestehenden Vermögenswert gekoppelt, meistens an eine Währung.

Ein USD-Stablecoin soll möglichst konstant folgenden Wert haben:

1 Stablecoin = 1 US-Dollar. 💵

Damit das funktioniert, hält der Herausgeber normalerweise entsprechende Reserven, beispielsweise Bankguthaben oder kurzfristige Staatsanleihen.

Ein Stablecoin verbindet somit die vergleichsweise stabile Recheneinheit einer klassischen Währung mit der technischen Infrastruktur einer Blockchain. 🔗

Was nach einem Thema für Zürich oder New York klingt, könnte eines Tages auch für Unternehmen im Berner Oberland relevant werden.

🏦 Warum wollen Banken einen USD-Stablecoin herausgeben?

Bisher wird der Stablecoin-Markt stark von spezialisierten Krypto-Unternehmen geprägt. Nun wollen etablierte Finanzinstitute ihre Erfahrung mit Zahlungsverkehr, Regulierung und Risikomanagement mit der Blockchain-Technologie verbinden.

Das gemeinsame Projekt soll zunächst einen USD-Stablecoin hervorbringen. Später sind weitere G7-Währungen vorgesehen, wobei der Euro Priorität hat. 💶

Als mögliche Anwendungen nennen die Beteiligten internationale Zahlungen und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte.

Damit könnten Stablecoins zunehmend auch ausserhalb der Kryptowelt eine Rolle spielen.

Stablecoin Schweiz – Digitaler Franken: Was testet die UBS in der Schweiz?

Parallel zum internationalen Projekt beteiligt sich die UBS an einer Schweizer Initiative.

Gemeinsam mit PostFinance, Raiffeisen, Sygnum und weiteren Partnern testet sie einen digitalen Franken namens CHFD. Seit September 2026 gehören auch SIX und TWINT zum Projekt. 🤝

Ein CHFD soll einem Schweizer Franken entsprechen.

In einer geschützten Testumgebung, einer sogenannten Sandbox, untersuchen die Unternehmen automatisierte Transaktionen, die Abwicklung digitaler Vermögenswerte und programmierbare Zahlungen.

Beispielsweise wird geprüft, ob solche Zahlungen das Betrugsrisiko auf Online-Marktplätzen reduzieren oder die Auszahlung öffentlicher Gelder vereinfachen könnten.

Für uns im Kanton Bern stellt sich damit die Frage: Könnten digitale Franken eines Tages auch den Zahlungsverkehr zwischen regionalen Unternehmen vereinfachen?

Wichtig: ⚠️ Der CHFD ist noch kein allgemein verfügbares Zahlungsmittel.

Die Testphase soll voraussichtlich bis Ende 2026 dauern. Ob anschliessend ein kommerzielles Produkt entsteht, ist offen.

💡 Warum brauchen Banken überhaupt Stablecoins?

Eine Überweisung innerhalb der Schweiz funktioniert bereits ziemlich gut. Interessant wird es vor allem bei internationalen Zahlungen und digitalen Wertschriften.

Zwei Beispiele aus dem Berner Oberland zeigen, welche Möglichkeiten sich ergeben könnten.

🏭 Bucher Hydraulics: Von Frutigen in die ganze Welt

Stell dir vor, ein Kunde aus den USA bestellt bei Bucher Hydraulics in Frutigen Hydraulikkomponenten und bezahlt die Rechnung in Dollar.

Bei einer klassischen internationalen Überweisung können mehrere Banken beteiligt sein, Gebühren anfallen und Verzögerungen entstehen. 💸

Mit einem USD-Stablecoin könnte die Zahlung künftig möglicherweise rund um die Uhr und innerhalb weniger Sekunden übertragen werden. Anschliessend könnte das Unternehmen die digitalen Dollar in Schweizer Franken wechseln.

Ob das tatsächlich schneller oder günstiger wäre, hängt von Wechselkursen, Gebühren und Zahlungsdienstleistern ab.

Das Beispiel zeigt: Digitales Geld könnte auch für international tätige Industrieunternehmen im Berner Oberland interessant werden. 🏔️

Hinweis: Das Zahlungsszenario ist hypothetisch. Es bedeutet nicht, dass Bucher Hydraulics Stablecoins verwendet oder deren Einsatz plant.

🏦 Bank EKI in Interlaken: Wenn Geld und Wertschriften digital werden

Stell dir vor, du kaufst bei der Bank EKI einen Fondsanteil für 1’000 Franken. 💰

In Zukunft könnte dieser Fondsanteil als digitaler Token auf einer Blockchain abgebildet werden. Ein Token ist vereinfacht gesagt eine digitale Einheit, die einen Anspruch auf einen Vermögenswert repräsentieren kann.

Wären sowohl der Fondsanteil als auch das Geld über eine geeignete Blockchain-Infrastruktur verfügbar, könnten Kauf und Bezahlung nahezu gleichzeitig erfolgen. ⚡

Der digitale Franken könnte automatisch erst dann übertragen werden, wenn du im Gegenzug den Fondsanteil erhältst.

Das könnte Abwicklungsrisiken reduzieren und Prozesse vereinfachen.

Hinweis: Dieses Beispiel ist hypothetisch. Es bedeutet nicht, dass die Bank EKI bereits Stablecoins oder tokenisierte Fondsanteile anbietet oder entsprechende Projekte plant.

⚠️ Stablecoin bedeutet nicht automatisch sicheres Geld

Trotz des Namens ist ein Stablecoin nicht automatisch so sicher wie Franken auf deinem Bankkonto.

Entscheidend sind insbesondere vier Fragen:

  • Wer gibt den Stablecoin heraus?
  • Wie werden die Reserven angelegt?
  • Welche Rücktauschrechte hast du?
  • Welche regulatorischen Regeln gelten?

Die FINMA weist auf verschiedene Risiken bei Stablecoins hin, darunter Risiken für Halter und beteiligte Banken.

Auch die Schweizerische Nationalbank beobachtet die Entwicklung. In ihrem Finanzstabilitätsbericht 2026  bezeichnet sie Stablecoins in der Schweiz aufgrund der bislang geringen Volumen noch als Nischenphänomen.

Mit zunehmender Verbreitung könnten die Risiken jedoch an Bedeutung gewinnen.

Für dich als Anleger gilt deshalb: 👉 Stablecoin ist nicht gleich Stablecoin.

🔎 Finanzwissen Plus: Schaffen Stablecoins neues Geld?

Jetzt wird es etwas kniffliger. 🧠

Nehmen wir an, du möchtest 1’000 Dollar eines neuen Bank-Stablecoins kaufen.

Dafür überweist du 1’000 Dollar von deinem Bankkonto an den Herausgeber. Im Gegenzug erhältst du 1’000 Stablecoins.

Du besitzt danach nicht gleichzeitig die ursprünglichen 1’000 Dollar auf deinem Konto und zusätzlich 1’000 Dollar neue Kaufkraft.

Dein bisheriges Guthaben wurde gegen einen anderen Vermögenswert getauscht. 🔄

Aus deiner Sicht hat sich zunächst vor allem die Form verändert, in der du dein Geld hältst.

🏛️ Bankguthaben, Zentralbankgeld und Stablecoins

Um die Auswirkungen auf das Geldsystem zu verstehen, müssen wir drei Dinge unterscheiden.

Bankguthaben: Dein Kontoguthaben ist eine Forderung gegenüber deiner Geschäftsbank.

Zentralbankgeld: Dazu gehören Bargeld und die Guthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank.

Stablecoins: Sie sind digitale Vermögenswerte, deren rechtliche Eigenschaften von ihrer konkreten Ausgestaltung abhängen.

Auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) unterscheidet zwischen Stablecoins und tokenisierten Bankeinlagen.

Tokenisierte Bankeinlagen bleiben Verbindlichkeiten einer Bank. Stablecoins können dagegen anders konstruiert sein und zusätzliche Risiken aufweisen.

So kann ein Stablecoin zeitweise beispielsweise für 0.99 statt exakt 1.00 Dollar gehandelt werden. 📉

💰 Steigt durch Stablecoins die Geldmenge?

Nicht zwingend.

Wenn bestehende Bankguthaben lediglich in vollständig gedeckte Stablecoins umgewandelt werden, entsteht dadurch nicht automatisch zusätzliche Kaufkraft.

Die Auswirkungen auf die Geldmenge hängen jedoch von der konkreten Konstruktion ab.

Entscheidend ist beispielsweise, wie der Herausgeber die erhaltenen Gelder verwendet, welche Reserven er hält und wie die Stablecoins statistisch erfasst werden.

Die zentrale Frage lautet: Wird bestehendes Geld lediglich in eine neue Form umgewandelt oder entstehen zusätzliche Geldforderungen?

Genau hier wird die Entwicklung auch für die Geldpolitik interessant.

FAQ – Was sind Stablecoins?

Was ist ein Stablecoin?

Ein Stablecoin ist eine digitale Währung, deren Wert an einen bestehenden Vermögenswert gekoppelt ist, meist an eine klassische Währung wie den US-Dollar. Der Herausgeber hält dafür Reserven, zum Beispiel Bankguthaben oder Staatsanleihen. So verbindet ein Stablecoin die Stabilität einer Währung mit der technischen Infrastruktur einer Blockchain.

Was testet die UBS mit dem digitalen Franken CHFD in der Schweiz?

Die UBS testet zusammen mit PostFinance, Raiffeisen, Sygnum, SIX, TWINT und weiteren Partnern in einer geschützten Sandbox einen digitalen Franken namens CHFD, der einem Schweizer Franken entsprechen soll. Geprüft werden automatisierte Transaktionen, digitale Vermögenswerte und programmierbare Zahlungen. Der CHFD ist noch kein allgemein verfügbares Zahlungsmittel, die Testphase läuft voraussichtlich bis Ende 2026.

Ist ein Stablecoin so sicher wie Geld auf dem Bankkonto?

Nein, nicht automatisch. Entscheidend sind der Herausgeber, wie die Reserven angelegt werden, welche Rücktauschrechte du hast und welche regulatorischen Regeln gelten. Die FINMA weist auf Risiken für Halter und beteiligte Banken hin, und die Schweizerische Nationalbank bezeichnet Stablecoins in der Schweiz aktuell noch als Nischenphänomen mit geringem Volumen.

🏔️ Mein Fazit: Digitales Geld könnte auch das Berner Oberland erreichen

Ob für ein Industrieunternehmen in Frutigen, eine Bank in Interlaken oder ein Hotel in Grindelwald: Stablecoins könnten künftig verändern, wie Geld und digitale Vermögenswerte übertragen werden.

Noch stehen viele Anwendungen am Anfang. Entscheidend wird sein, ob sie gegenüber bestehenden Lösungen tatsächlich Vorteile bieten und gleichzeitig ausreichend sicher sind.

Stablecoins könnten eine wichtige Brücke zwischen der traditionellen Finanzwelt und der Blockchain-Technologie schlagen. 🔗🏦

Hast du Fragen zum Thema oder Anregungen? Ich freue mich auf ein Zeichen von dir.

Mit EC Finanzberatung aus Interlaken bekommst du fundiertes Fachwissen und eine Beraterin, die wirklich auf deiner Seite steht.

Evelyne Chaubert

eidg. dipl. Finanz- & Anlageexpertin, CIWM

Autorin und Inhaberin der EC Finanzberatung in Interlaken. Unabhängig. Persönlich. Auf Augenhöhe.

 

 

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Vergangene Entwicklungen an den Finanzmärkten sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Bevor du Investitionsentscheidungen triffst, solltest du dich bei Bedarf an eine qualifizierte Finanzfachperson wenden.

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