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Geldfehler vermeiden: 7 Spartipps deiner Finanzberaterin aus Interlaken 💸😄

Lesen oder reinhören. Dauer ca. 12 Minuten

Eigentlich wissen wir ziemlich viel über Geld.

%🎁 Wir wissen, dass ein Abo Geld kostet, auch wenn wir es nicht benutzen. Dass Kaufen nicht automatisch Sparen bedeutet, nur weil irgendwo −30 % steht. Und dass es vermutlich keine brillante Anlagestrategie ist, eine Aktie zu kaufen, nur weil gerade alle darüber sprechen. 📈

Und trotzdem tun wir genau solche Dinge.

Warum?

Weil wir Menschen sind. 😄

Unser Gehirn ist erstaunlich gut darin, finanzielle Entscheidungen so umzudeuten, dass sie sich im jeweiligen Moment hervorragend anfühlen.

Deshalb heute ein Plädoyer dafür, wie wir Geldfehler vermeiden und einfacher sparen.

Und ja: Bei einigen davon ertappe ich mich selbst. 😉

1. Wir kaufen etwas, um Geld zu sparen 🛍️💰

„Ich habe CHF 120 gespart!“

Wirklich? Oder hast du CHF 280 ausgegeben? 😏

Rabatte haben eine faszinierende Wirkung auf uns. Sobald etwas statt CHF 400 nur noch CHF 280 kostet, konzentriert sich unser Gehirn auf die gesparten CHF 120.

Die entscheidende Frage wäre aber:👉 Hätte ich es für CHF 280 gekauft, wenn vorher nie CHF 400 auf dem Preisschild gestanden hätte? 

Wenn die Antwort Nein lautet, hast du nicht CHF 120 gespart.Du  hast CHF 280 ausgegeben. 😄

Natürlich spricht nichts gegen Schnäppchen. Wenn du etwas ohnehin kaufen wolltest und es günstiger bekommst: wunderbar.

Aber ein Rabatt verwandelt eine Ausgabe noch nicht in eine Ersparnis.

2. Wir behalten Abos, weil wir sie „vielleicht noch brauchen“ 📱📺

Netflix. Spotify. Cloudspeicher. Zeitungen. Apps. Fitnesscenter. Und irgendetwas mit Meditation, das wir nach drei Tagen nicht mehr geöffnet haben. 🧘‍♀️

Einzeln wirken CHF 8.90 oder CHF 19.90 harmlos.

Und genau das ist das Problem: Wir gewöhnen uns an die Abbuchungen.

Besonders schön ist das Fitnessabo: Im Januar abgeschlossen, im Februar motiviert benutzt und spätestens im April besteht die sportliche Aktivität hauptsächlich darin, dass jeden Monat CHF 79 vom Konto zur Fitnesskette laufen. 🏃‍♀️💨

Deshalb einmal jährlich alle Abos durchgehen und sich fragen: 👉 Würde ich dieses Abo heute nochmals abschliessen?

Wenn Nein: weg damit. 👋

3. Wir fahren 15 Minuten weiter, um CHF 3 zu sparen 🚗⛽

Beim Benzin vergleichen wir Preise wegen weniger Rappen. Im Supermarkt freuen wir uns über CHF 2.40 Ersparnis.

Bei grösseren finanziellen Entscheidungen sind wir dagegen erstaunlich entspannt.

0.5 Prozent höhere Anlagekosten bei CHF 300’000 Vermögen?

Klingt nach fast nichts. Sind aber CHF 1’500 pro Jahr. 😳

Genau deshalb lohnt es sich, finanzielle Energie dort einzusetzen, wo sie wirklich etwas bewirkt.

Du musst nicht wegen CHF 2.40 durch die halbe Schweiz fahren. Überprüfe lieber einmal die grossen Kostenblöcke. 😉

4. Wir behandeln unerwartetes Geld anders als unseren Lohn 🎉💵

Steuerrückzahlung: Ferien! 🏝️

Bonus: Neuer Fernseher! 📺

CHF 1’000 normaler Lohn dagegen?

„Damit muss ich vernünftig umgehen.“

Ökonomisch gibt es keinen Unterschied zwischen den beiden Tausendern. Unser Gehirn sieht das anders.

In der Verhaltensökonomie nennt man das Mental Accounting: Wir führen gedanklich verschiedene Geldtöpfe und behandeln sie unterschiedlich.

Mein Lieblingskompromiss:

🥂 Ein Teil darf Spass machen.
🌱 Ein Teil geht an das Zukunfts-Ich.

So haben beide etwas davon.

5. Wir verkaufen Gewinner und behalten Verlierer 📈📉

Stell dir vor:

🟢 Aktie A: +35 %
🔴 Aktie B: −40 %

Welche verkaufen viele Anleger lieber?

Aktie A. Schliesslich kann man damit einen schönen Gewinn realisieren.

Aktie B behalten wir dagegen: „Die kommt bestimmt wieder.“ 😬

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht.

Psychologisch fällt es uns schwer, Verluste zu realisieren. Solange wir nicht verkaufen, fühlt sich der Verlust irgendwie noch nicht endgültig an.

Nur interessiert sich die Börse leider nicht dafür, zu welchem Preis wir gekauft haben.

Die bessere Frage lautet: 👉 „Würde ich diese Anlage heute zu diesem Preis nochmals kaufen?“

Wenn die Antwort Nein lautet, sollte man zumindest überlegen, warum man sie noch besitzt.

6. Wir kaufen Dinge für unser Fantasie-Ich 🧘‍♀️🥾🍞

Das ist vielleicht mein Lieblingspunkt.

Wir kaufen nicht immer für die Person ein, die wir sind, sondern manchmal für die Person, die wir gerne wären.

🍞 Die Küchenmaschine für unser zukünftiges Ich, das jeden Sonntag frisches Brot backt.

🥾 Die Wanderausrüstung für unser zukünftiges Ich, das ab sofort jedes Wochenende um 6 Uhr auf einen Berg steigt.

🍕Der Onlinekurs für unser zukünftiges Ich, das jetzt wirklich Italienisch lernt.

Dieses zukünftige Ich ist übrigens unglaublich diszipliniert. 😄

Deshalb vor dem nächsten Kauf kurz fragen:

👉 Kaufe ich das für mein tatsächliches Leben oder für die Vorstellung meines Lebens?

7. Wir sparen CHF 5 – und treffen dann eine CHF-50’000-Entscheidung in zehn Minuten 🤯

Wir vergleichen Preise für Shampoo. 🧴 Wir sammeln Gutscheine. 🎟️ Wir warten mit einer Bestellung, bis die Versandkosten gratis sind. 📦

Und dann geht es um Hypothek, Pensionskasse, Anlagestrategie, Autokauf oder Pensionierung – und plötzlich werden Entscheidungen mit Auswirkungen von Zehntausenden Franken erstaunlich schnell getroffen.

Dabei gilt: 🎯 Je grösser eine finanzielle Entscheidung ist, desto mehr Aufmerksamkeit verdient sie.

Du musst deine Finanzen nicht bis auf den letzten Franken optimieren.

Aber es lohnt sich, zwischen finanziellem Kleinkram und den wirklich grossen Hebeln zu unterscheiden.

🔎 Finanzwissen Plus: Warum unser Gehirn kein guter Finanzberater ist, das zeigt die Behavioral Finance 🧠💰

Hinter vielen dieser Verhaltensweisen steckt die Behavioral Finance. Sie untersucht, weshalb Menschen finanzielle Entscheidungen eben nicht immer rational treffen.

Drei typische Denkfehler:

😣 Loss Aversion:
Ein Verlust von CHF 1’000 schmerzt uns stärker, als uns ein Gewinn von CHF 1’000 freut. Deshalb halten wir verlustreiche Anlagen häufig zu lange.

🪣 Mental Accounting:
Wir teilen Geld gedanklich in unterschiedliche Töpfe ein. Deshalb fühlt sich ein Bonus anders an als Lohn, obwohl beide Franken genau gleich viel wert sind.

🙈 Sunk Cost Fallacy:
„Jetzt habe ich schon so viel dafür bezahlt, jetzt kann ich nicht aufhören.“

Doch vergangene Kosten sollten für die heutige Entscheidung eigentlich keine Rolle spielen. Entscheidend ist, ob sich das Weitermachen ab heute noch lohnt.

Das Spannende daran: 👉 Finanzwissen allein schützt uns nicht vor diesen Denkfehlern.

Auch professionelle Anleger kennen sie. Entscheidend ist, die eigenen Muster zu erkennen und sich Regeln zu schaffen, die vor den teuersten Fehlentscheidungen schützen.

Mein Fazit 🎯

Mit Geld vernünftig umzugehen bedeutet nicht, immer vernünftig sein zu müssen.

Wir dürfen Dinge kaufen, die wir nicht brauchen. 🛍️ Wir dürfen zu viel für ein schönes Abendessen bezahlen. 🍷 Und wir dürfen ein Abo drei Monate länger behalten, als wir sollten.

Entscheidend ist, dass die kleinen finanziellen Unvernünftigkeiten klein bleiben.

Denn finanzieller Erfolg entsteht selten dadurch, dass wir bei jedem Kaffee CHF 1.50 sparen. ☕️

Viel wichtiger sind die grossen Entscheidungen: Wie viel sparen wir? Wie investieren wir? Welche Kosten bezahlen wir? Und vermeiden wir die wirklich teuren Fehler?

Oder anders gesagt: Du musst nicht bei jedem Franken vernünftig sein.

Bei den grossen Beträgen wäre es allerdings ganz praktisch. 😉💰

🎯Ein praktischer Tipp von mir: 

Erstelle einen Dauerauftrag für CHF 50 auf dein Sparkonto, noch besser dein Anlagefonds-Sparplan. Dieser Dauerauftrag läuft automatisch am selben Tag, an dem dein Lohn auf deinem Konto eingeht. Beinahe ausnahmslos merkt man die Ausgabe von 50.- nicht und spart dieses Geld automatisch ein.

Sparen tut man generell nicht mit dem Geld, “das Ende des Monats übrigbleibt”💸, sondern dasjenige, das gar nie auf dem Konto liegen geblieben ist.

Für Geld auf dem Konto ist das menschliche Gehirn 🧠sehr kreativ, was man damit machen könnte.

🪙Ist das Geld hingegen in Form eines Goldvrenelis im Tresor, oder arbeitet anderweitig in einem Anlagefonds, dann funktioniert das wie “Aus den Augen, aus dem Sinn”.🛡️👀

In meinem Angebot “Investment-Start” zeige ich dir persönlich für einmalig CHF 200, wie du einen solchen Sparplan beim günstigsten Anbieter passgenau auf deine Bedürfnisse einrichtest.

FAQ – Spartipps kurz gefasst

Warum treffen wir beim Geld so oft unvernünftige Entscheidungen?

Unser Gehirn deutet finanzielle Entscheidungen im Moment so um, dass sie sich gut anfühlen. Die Behavioral Finance erklärt das mit typischen Denkfehlern wie Loss Aversion, Mental Accounting und Sunk Cost Fallacy. Finanzwissen allein schützt davor nicht, auch professionelle Anleger kennen diese Muster. Entscheidend ist, die eigenen Muster zu erkennen und Regeln zu schaffen.

Worauf sollte ich bei meinen Finanzen am meisten achten?

Auf die grossen Hebel: wie viel du sparst, wie du investierst, welche Kosten du bezahlst und ob du die wirklich teuren Fehler vermeidest. Schon 0.5 Prozent höhere Anlagekosten bei CHF 300’000 Vermögen sind CHF 1’500 pro Jahr. Kleine Unvernünftigkeiten dürfen ruhig klein bleiben.

Wie kann ich automatisch Geld sparen?

Richte einen Dauerauftrag von CHF 50 auf dein Sparkonto oder besser einen Anlagefonds-Sparplan ein, der am Tag des Lohneingangs automatisch läuft. Meist merkst du die Ausgabe kaum. Gespart wird nämlich nicht, was am Monatsende übrig bleibt, sondern was gar nie auf dem Konto liegen geblieben ist.

Hast du Fragen zum Thema oder Anregungen? Ich freue mich auf ein Zeichen von dir.

Mit EC Finanzberatung aus Interlaken bekommst du fundiertes Fachwissen und eine Beraterin, die wirklich auf deiner Seite steht.

Evelyne Chaubert

eidg. dipl. Finanz- & Anlageexpertin, CIWM

Autorin und Inhaberin der EC Finanzberatung in Interlaken. Unabhängig. Persönlich. Auf Augenhöhe.

 

 

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich Informations- und Bildungszwecken. Er stellt keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Vergangene Entwicklungen an den Finanzmärkten sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse. Bevor du Investitionsentscheidungen triffst, solltest du dich bei Bedarf an eine qualifizierte Finanzfachperson wenden.

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